Link BioSuisse Link RegioFair Link pro specie rara Link Slow Food

   

Mit Zengels alten Rüstmaschinen

Als erstes lieferte ein mächtiger Sattelschlepper ein Ungetüm von Bohnenrüstmaschinen auf den Grünboden. Es folgten die Trocknerei, grosse Kochkübel und handliche Schneidmaschinen. Seither gibt es aus der BioManufaktur Grünboden Schweizer Dörrbohnen, getrocknete Gemüsemischungen, Trockenfrüchte und rassiges Eingemachtes im Glas.

 

Die Adresse von Christian Zengel, dem früheren Hersteller von Dörrbohnen aus der Schweiz, hatte Jungunternehmer Urs Frühauf von einem Biobauer aus dem Aargau erhalten. Er rief Christian Zengel umgehend an und besuchte bald darauf schon dessen verlassene Produktionsstätte an der deutsch-schweizerischen Grenze bei Zurzach. Zengel hatte seine Produktion ein paar Jahre zuvor nach einem Unfall dicht machen müssen. Seither standen die Maschinen herum. Und die Schweiz war ohne heimische Dörrbohnen. Denn die Biofarm Genossenschaft hatte bis anhin Schweizer Biobohnen in Christian Zengels Betrieb verarbeiten und trocknen lassen. Nach dessen Ausfall fand sie keinen neuen Partner.

Urs auf Kurs

Bis Urs Frühauf aus Pfaffnau die Initiative ergriff. Er und Christian Zengel waren sich rasch einmal handelseinig. Wenige Tage später lieferte ein massiger Sattelschlepper die beiden imposanten alten Bohnenrüstmaschinen auf dem Grünboden an. In wochenlanger Feinarbeit wurden die in der Konservenindustrie bewährten Bohnenrüstmaschinen von Urs Frühauf und seinem Sohn Marc repariert, renoviert und installiert. Die Bohnen werden in der Trommel der Maschine flott gerüstet, die aus Einzelsegmenten mit geraden Schlitzen besteht. Mit den langsamen Drehbewegungen der leicht geneigten Trommel fallen die Bohnen in die Schlitze. Die Bohnenspitzen werden von kantigen Schneidprofilen abgespitzt.

Mit warmer Landluft getrocknet

Ein weiteres Prunk- und Kernstück der BioManufaktur Grünboden ist der grosse moderne Trocknungsschrank mit seinem von Patent-Tüftler Beat Pulver in Gümligen entwickelten schonenden Trocknungsverfahren. Die Qualität der getrockneten Produkte lässt sich dadurch gegenüber herkömmlichen Trocknungsverfahren verbessern. Biobohnen, Gemüse und Früchte werden nicht mit heisser Luft gedörrt. Dem Gemüse wird vielmehr mit warmer Landluft das Wasser entzogen. Damit ist auch schon auf den Unterschied beim Haltbarmachen zu herkömmlichen Dörrex-Geräten hingewiesen. Trocknen bei nur 35 Grad, dieses Verfahren hat Beat Pulver auf Lebensmittel adaptiert, nachdem er zuvor Anlagen für Heutrocknungen auf den Höfen gebaut und verkauft hatte. «Das energiesparende und damit kostengünstige Trocknen von Heu und Mais mit nur 35 Grad Lufttemperatur haben wir vor 30 Jahren zusammen mit einem Ingenieur Agronom entwickelt und erfolgreich lanciert», sagt Beat Pulver «Die grosse Herausforderung war dabei, die Wirkung der Luft, die ja nicht sichtbar ist, zu messen. Jedes Produkt, das draussen wächst, schützt sich ja vor dem Austrocknen. Wir bauten deshalb erst durchsichtige Trockner aus Plexiglas und gaben wahlweise 35 Grad, 45 Grad oder 55 Grad warme Luft dazu. Dann konnten wir sehen, wie sich beispielsweise ein Münzenblatt bei 55 Grad innert Minuten zu einer Zigarre zusammenrollte, die innen niemals trocknete. Daraus lernten wir die genauen Zusammenhänge beim Trocknen kennen.»

 
 
 
 
 
 
Link zu Facebook